FIFA-Affäre: Kam Blatter aufgrund eines Missverständnisses davon?

Mai 27, 2015
In dieser Pose wurde der alte Mann im Büro des FIFA-Präsidenten angetroffen. Noch wird über seine Identität gerätselt.

In dieser Pose wurde der alte Mann im Büro des FIFA-Präsidenten angetroffen. Noch wird über seine Identität gerätselt.

Die Festnahme von sieben FIFA-Funktionären in Zürich hat hohe Wellen geworfen. Viele Beobachter wunderten sich darüber, dass mit Sepp Blatter ausgerechnet der oberste FIFA-Funktionär unbehelligt davon kam. Wie übereinstimmende Quellen nun berichten, dürfte das einem Missverständnis zu verdanken sein. Die Untersuchungsbehörden hatten zwar den Auftrag, den FIFA-Präsidenten zu verhaften. Bei der Durchsuchung des Fifa-Hauptsitzes habe man diesen aber nicht angetroffen. «Im Präsidentenbüro sass nur ein alter Mann, der einen verwirrten Eindruck machte», so einer der Ermittler. Der Greis habe fortlaufend vom «Fussball als stärkster Kraft der Entwicklungshilfe» gesprochen, die Sportart als «wichtigstes Element für den Weltfrieden» bezeichnet und sich selbst als «Messias des ledernen Runds» bezeichnet. Man sei zum Schluss gekommen, dass es sich um einen harmlosen Senior handle, der möglicherweise ehrenamtlich für die FIFA tätig sei. Spätere Hinweise darauf, dass die Beschreibung auf Sepp Blatter hinweise, wurden als absurd bezeichnet. «Der unbekannte Greis hat uns wiederholt auf seine Stürmerkarriere bei einem Provinzklub im Wallis verwiesen – das täte doch niemand, der bei Sinnen ist», so die Reaktion der ermittelnden Behörden.

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Erfinder des schwarzen Balkens schwer verärgert

Mai 12, 2015
Schwarzer Balken

Der Ur-Balken von August Brunner aus dem Jahr 1987.

Der Grafiker August Brunner aus Dagmersellen (LU), der in Designerkreisen als Schöpfer des allseits bekannten schwarzen Balkens (Bild oben) gilt, hat sich in einem offenen Brief über den zunehmenden «Missbrauch» seiner Kreation beklagt. Es vergehe kaum ein Tag, ohne dass der schwarze Balken in negativem Zusammenhang eingesetzt werde, oft direkt auf die Gesichter von Verbrechern appliziert. «Ich habe den schwarzen Balken als Symbol für die Schönheit der Schlichtheit und Geradlinigkeit kreiert», so der aufgebrachte Grafiker auf Anfrage von FaktenFaktenFakten. Aus ihm völlig unerfindlichen Gründen hätten dann irgendwann die Bildredaktionen diverser Medien damit begonnen, unter Umgehung jedes Urheberrechts den schwarzen Balken auf ihren Bildern zu integrieren. Brunner: «Würde das in positivem Kontext geschehen, könnte ich damit leben, aber wieso muss es ausgerechnet immer bei Mördern, Entführern und Vergewaltigern sein?» Der Schweizer Grafiker Verband (SGV) hat sich dem Protest seines langjährigen Mitglieds inzwischen angeschlossen und appelliert an die Medien, sich nicht einfach am geistigen Eigentum von Designern zu vergreifen und wenn schon, dann wenigstens für einen ausgeglichenen Einsatz zu sorgen. «Würde man beispielsweise in Magazinen mal ein Topmodel, den Papst oder einen Oscar-Preisträger mit dem schwarzen Balken ausstatten, würde die negative Assoziation gemildert», so Geraldine Frevler vom SGV. Mit der «Glückspost» habe man bereits Gespräche über einen Einsatz des Balkens bei Storys über Mitglieder des britischen Königshauses gesprochen.

Schwarzer balken verbrecher

Heute gängige Verwendung des schwarzen Balkens, dessen Urheberrechte beim Grafiker August Brunner liegen.